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  • Dienstag bis Sonntag
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VORSCHAU 2018


Ausstellungsprogramm
in Cottbus und Frankfurt (Oder) / 3. Quartal 2018


Erika Stürmer-Alex
Zeitbrüche und Spielräume
07.07. - 02.09.2018 Dieselkraftwerk Cottbus

Erika Stürmer-Alex` Schaffen ist von Anbeginn durch eine erstaunliche, produktiv verwobene Mehrspurigkeit geprägt: Neben Arbeiten auf Papier und Leinwand sowie Materialcollagen und der Großfamilie von Objekten existiert eine Vielzahl von "Kunst am Bau"-Werken. Den dritten Baustein ihres Wirkens bilden weit über die ostdeutsche Kunstlandschaft hinaus die vielfachen Aktivitäten auf dem Kunsthof Lietzen, ihrem Domizil. Die Ausstellung nun rückt die Bildarbeit dieses Kunstkosmos` ins Zentrum. Schon in den 1960er-Jahren begann die Künstlerin mutig, die ideologisch gehüteten Grenzen zwischen Figürlichkeit und Abstraktion zu überspringen. Dieses Wechselspiel durchzieht ihre Arbeiten bis auf den heutigen Tag: Wie selbstverständlich steht Figürliches neben Zeichenhaftem und Abstraktem, sie überschreiben sich gegenseitig immer wieder aufs Neue. Angeregt durch experimentierfreudige Erkundungen entwickelte die Künstlerin über die Jahre Strategien, um das konventionelle Bild wieder und wieder mit Phantasie zu verlassen und gleichwohl zu ihm als Gewissheit zurückzukehren. So stehen dekorative, wandumspannende Arbeiten der jüngsten Zeit neben grafischen Blättern zur Literatur oder Landschaftsmalerei.


BLICKE AUF POLEN / BLICKE AUS POLEN
Sasiedztwo i Distanz / Nähe und Dystans
Polnische und deutsche Druckgrafik. Aus der Sammlung des BLmK
02.09. - 04.11.2018 Rathaushalle Frankfurt (Oder)

Staatskunst oder ästhetische Eigenständigkeit? Gegenständlichkeit oder Abstraktion? Figuration als Teil kollektiver Erzählung oder autarkes Zeichen? Traditionelle Drucktechniken oder Experimentelles? Dies und mehr mussten alle Künstler in der DDR und in Polen für sich entscheiden. Demnach überwiegen in der Suche nach einem eigenständigen Beitrag zur Nachkriegs- und Postmoderne, geprägt durch Diktaturerfahrung und Sehnsucht nach Selbstbestimmung, unterschiedliche stilistische Haltungen.
Aber ebenso lassen sich in der Ausstellung thematisch konzeptionelle Ähnlichkeiten bei den 20 polnischen und 15 deutschen Künstler*innen erkennen. So pflegten zum Beispiel Wolfgang Mattheuer, Witold Kalinski und Jacek Gaj seit den späten Sechzigern die sozialkritische Metaphorik. Identitätssuche und gesellschaftliche Entfremdung treiben das Werk von Andreas Dress und Piotr Szurek voran. Izabella Gustowska, Malgorzata Jablonska und Krystyna Piotrowska beziehen feministische Positionen.
Abstraktes und Konkretes ist von Hermann Glöckner, Jerzy Grabowski, Manfred Luther und im Ryszard Otreba zu sehen. Expressives und Zeichenhaftes bieten die Jungen der Achtzigerjahre wie Hubertus Giebe, Jacek Sroka und der heutige Altmeister einer archaisierenden Semantik für den Lebenskampf A.R. Penck. Philosophische Exkurse außerhalb der westlichen Kausalitäten und Mythisches prägen das Lebenswerk von Stanislaw Fijalkowski sowie die geheimnisvollen Farbklänge der alchemistischen und skripturalen Ikonografie von Janina Kraupe-Swiderska. Das sind nur einige Haltungen in der chronologisch aufgebauten Ausstellung mit über 100 Druckgrafiken.


BLICKE AUF POLEN / BLICKE AUS POLEN
Dieser fatale Hang der Geschichte zu Wiederholungen / Fatalna sklonnosc historii do powtórzen
02.09. - 18.11.2018 Packhof Frankfurt (Oder)

Die Ausstellung setzt sich mit dem Phänomen der Erinnerung ebenso auseinander wie mit ihrem Scheitern sowie mit kollektiven Erfahrungen von Geschichtsvergessenheit. In ihrer Arbeit thematisieren die Künstler*innen sowohl individuelle Aspekte als auch gesellschaftlich und politisch bedingte Formen der Auslöschung von Erinnerung, aber auch die Möglichkeit der Wiederholung von Geschichte.
Ausgangsbasis für die Ausstellung war Christa Wolfs Buch "Kindheitsmuster" (Erstveröffentlichung 1976, 1981 auf Polnisch). Die Autorin, geboren 1929 in Landsberg an der Warthe, war 1945 gemeinsam mit ihrer Familie gezwungen, die Stadt zu verlassen. Als Schriftstellerin kehrte sie 1971 in ihre Geburtsstadt, nunmehr Gorzów Wielkopolski, zurück. In der literarischen Figur der 16-jährigen Nelly ruft sie Plätze, Menschen und Ereignisse ihrer Kindheit in Erinnerung. Der Roman verknüpft persönliche Erfahrungen und Haltungen mit Schilderungen vergangener sowie gegenwärtiger sozialer und politischer Verhältnisse.
Die zweiteilige Ausstellung wird vom MOS Art Center (Miejski Osrodek Sztuki) in Gorzów konzipiert und parallel in Gorzów und im BLmK, Packhof Frankfurt (Oder) - erweitert um Werke aus der Sammlung des BLmK - gezeigt.


BLICKE AUF POLEN / BLICKE AUS POLEN
Jakob Ganslmeier
Lovely Planet: Polen
15.09. - 18.11.2018 Dieselkraftwerk Cottbus

Die Serie "Lovely Planet: Polen" von Jakob Ganslmeier ist ein ungewöhnlicher und humorvoller "Reiseführer" durch ein Land der Gegensätze. Der Fotograf bereiste 2015 längere Zeit unser Nachbarland, um mit seiner Kamera den gravierenden Veränderungen der Lebensbedingungen, den sozialen und gesellschaftlichen Verhältnissen nachzuspüren. Für sein Fotoprojekt adaptiert er eine Arbeitsweise, die er aus einem der populärsten Reiseführer ableitet. So wie es der "Lonely Planet" empfiehlt, nähert er sich dem fremden Land in sieben Kategorien: Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Shopping, Schlafen, Essen, Transport und geführte Touren. Der Fotograf begegnet den unterschiedlichsten Menschen und lenkt den Blick oftmals auf Orte, über die kein Reiseführer berichten würde. Seine kleinformatigen Bilder kombiniert er mit kurzen Texten, die oftmals das jeweilige Motiv ironisch kommentieren.
Ganslmeier zeigt ein Land voller extremer Kontraste, zwischen Aufbruch und Verfall, Konsum und Armut, Hochglanzfassaden und dörflicher Trostlosigkeit.


BLICKE AUF POLEN / BLICKE AUS POLEN
Eigensinnige Vielfalt. Polnische Plakate
Aus der Sammlung der BLmK
Elzbieta Chojna, Roman Cieslewicz, Stasys Eidrigevicius, Jerzy Flisak, Jan Lenica, Jan Mlodozeniec, Andrzej Piwonski, Franciszek Starowieyski, Henryk Tomaszewski, Wieslaw Walkuski, Mieczyslaw Wasilewski, Piotr Zapasnik und andere
15.09. - 18.11.2018 Dieselkraftwerk Cottbus

Seit Anfang der 1950er-Jahre erkämpften sich polnische Plakatkünstler im Kulturplakat eine Nische mit Pinsel, Stift und Schere und etablierten damit eine veritable Marke. En passant gründeten sie so die polnische Schule der Plakatkunst, auf die sich bis heute weltweit bezogen wird. Der Grundton dieser Schule und der ihr nachfolgenden Generationen war und ist paradoxerweise eine Vielfalt der Stile. Höchst unterschiedliche, individuelle Handschriften artikulieren sich so frei wie möglich im künstlerisch aufgefassten Plakat: heiter-verträumt, ironisch, düster oder verrätselt.
Diese stilistische Bandbreite soll an etwa 120 Plakaten von rund 35 Plakatkünstlern aus dem eigenen Bestand aufgeblättert werden: Arbeiten der 1960er-Jahre wie auch solche jüngerer Plakatdesigner werden darunter sein, das Gros ist von 1970 bis zur Jahrtausendwende entstanden.


BLICKE AUF POLEN / BLICKE AUS POLEN
Przemek Matecki
Kleine Bilder
15.09. - 18.11.2018 Dieselkraftwerk Cottbus
In Zusammenarbeit mit der Galerie BWA Zielona Góra

Das charakteristische Merkmal der künstlerischen Tätigkeit von Przemek Matecki (*1976) kann man als malerische Nervosität bezeichnen. Neue Bilder oder ganze Bilderserien sind ein kalkulierter Erprobungsprozess für das Medium Malerei: Wie weit ist sie für die Beschreibung der Gegenwart noch tauglich, wie robust ist die innere Kondition des Genres und wie kann sie Enthusiasmus für die Kunst auslösen? Leitmotiv seiner Kunst ist seit über einer Dekade die Zusammenfügung von Farbe und fotografisch reproduzierten Abbildungen. Der Zusammenstoß von abstrakter Materie und aktuellen Zitaten der visuellen Kultur erzeugt jedes Mal besondere Dimensionen.
Matecki versucht in "Kleine Bilder", die Macht der Kunst auszuloten. Ein sichtbares Zeichen dieser unorthodoxen Methode sind Kilogramm schwere Stapel von Katalogen und Kunstmagazinen, vom Künstler mit Hilfe von Galerien und Institutionen als Inspirationsquelle für neue Arbeiten gesammelt. Die Abbildungen bekommen hier ein zweites Leben in Form von rätselhaften und amüsanten Ölminiaturen in dem Kleinformaten. Der flach wirkende Druck wird mit Farbstrukturen, Applikationen und Montagen konfrontiert und fungiert hier als zitierte Botschaft in gleicher Weise wie bei Internetforen.


Steffen Mertens
Zeichner der Besten aller Welten
25.08. - 04.11.2018 Dieselkraftwerk Cottbus

Steffen Mertens ist ein äußerst vielseitiger Künstler, der als Bildhauer, Maler und vor allem Zeichner wie ein empfindlicher Seismograph die Schwingungen, aber auch die Erschütterungen unseres menschlichen Daseins einfängt. Ausgehend von vier mit Tusche und Feder ausgeführten Arbeiten, die der Künstler 2017 dem Museum schenkte, wird in dieser Ausstellung eine Auswahl seiner Zeichnungen der letzten 20 Jahre im Mittelpunkt stehen. Viele seiner zeichnerischen Äußerungen sind gegenwartsbezogen und gesellschaftskritisch, wie die beiden Neuzugänge "Ikarus im BILD" (2005) oder "Freigang der Gaukler" (2002). Detailreich verwobene Andeutungen und Befindlichkeiten stecken dabei oftmals voller Irrwitz.
Die mit leichter Hand gezeichneten Figuren, die seine Bildräume bevölkern, drängen immer wieder über den Bildrand in den realen Raum hinein, werden zu Raumzeichnungen und schließlich zu Skulpturen. Beispiele dafür sind die Figurengruppe "Kleine Wertegemeinschaft" (2014) sowie eine speziell für die Ausstellung angefertigte Installation, die auch als Sitzbank nutzbar sein wird, so dass der Besucher bequem in der Welt von Steffen Mertens verweilen kann.


Thomas Herrmann
"Loch mit Hoffnung"
Arbeiten auf Papier, Plastiken, Objekte
25.08. - 14.10.2018 Dieselkraftwerk Cottbus

Die Kunst des Cottbuser Bildhauers Thomas Herrmann (1963 - 1992) entwickelte sich autodidaktisch im Schwung jener Aufbruchsphase in der Kunstlandschaft der DDR, die von einer neoexpressiven Strömung getragen wurde. Die bildhauerischen Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien, vor allem mit Holz und Gips, bilden das Zentrum eines Werkes, das durch existentiell verdichtete, zeichenhafte Figuren charakterisiert wird. Gleichberechtigt stehen umfangreiche Konvolute von Zeichnungen bzw. Arbeiten auf Papier dem gegenüber. Denn sie führen weit über die Ideenfixierung im Vorfeld bildhauerischer Bestrebungen hinaus, bilden einen weiträumigen, eigenständigen Bereich, bis hin zu Grafikmappen und Künstlerbüchern. Ferner finden sich Objekte und ganze Installationen, aber auch Filme und Videos im Gesamtschaffen. Vielleicht verkörpern Herrmanns künstlerische Ambitionen intensive Spuren jener Umbruchsjahre, also deren Krisenbewusstsein und Hoffnungen, wie sie bei kaum einem anderen Künstler seiner Generation zu finden sind.
Die Ausstellung, als erste museale Präsentation, bietet konzentrierte Einblicke in das reiche, hoffungsvolle wie selbstkritische Beginnen, eines nur rund sieben Jahre umfassenden Wirkens.

Alle aktuellen Ausstellungen finden Sie unter dem Menüpunkt "Ausstellungen/Aktuelles".


Änderungen und Ergänzungen bleiben vorbehalten. Stand 07.06.2018.


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