• Kunstmuseum
    Dieselkraftwerk Cottbus
    Uferstraße/Am Amtsteich 15
    03046 Cottbus
    Tel. +49(0)355 49 49 40 40

    www.museum-dkw.de
    info@museum-dkw.de

  • Dienstag bis Sonntag
    10.00 bis 18.00 Uhr
    Montag geschlossen

VORSCHAU 2017


Im Vorbeigehen: Von Städten, Frauen und Männern
Otto Dix
Cottbus / Dieselkraftwerk
2.9. - 19.11.2017

Wie kaum ein anderer deutscher Künstler fing der Maler und Grafiker Otto Dix (1891 - 1969) in seinen kraftvollen Werken die brüchigen Zeiten der 1920er-Jahre in all ihrer Widersprüchlichkeit ein. Seine realistischen, manchmal hart überzeichneten Bildwelten prägen das kollektive Gedächtnis an die Weimarer Republik bis ins Heute. Im neuen Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst zeigen zwei Ausstellungen an den Standorten Cottbus und Frankfurt (Oder) Arbeiten von Otto Dix, seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll (1896 - 1964) sowie aus der neu vereinten Sammlung aus den 1970er- und 1990er-Jahren.

Die beiden zeitlich parallel laufenden Ausstellungen "Im Vorbeigehen: Von Städten, Männern und Frauen" in Cottbus und "(Quer)Köpfe" in Frankfurt (Oder) bilden den Auftakt der Programmverzahnung beider Standorte durch thematische, künstlerische und kunsthistorische Zusammenhänge sowie die gemeinsamen Kontextualisierung der gesamten Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

In der Ausstellung im Dieselkraftwerk in Cottbus wird Malerei und Grafik von Otto Dix aus den 1920er-Jahren zu sehen sein. Die Werke zeigen den künstlerischen Blick von Otto Dix auf seine Zeit.
Seine Kunst spiegelt sowohl das hedonistische Lebensgefühl der sogenannten Goldenen Zwanziger, wie die Verwerfungen der Gesellschaft und der folgenden Weltwirtschaftskrise. Eine besondere Rolle spielt die veränderte Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, die sich als vollkommen neues Thema in Kunst und Gesellschaft niederschlägt. Dix' Bildwelten zeigen das urbane Sozialgefüge der Weimarer Republik, nächtliche Stadtansichten zu Prostitution, Erotik und Gewalt und das illustre Freizeit- und Kulturleben sowie das Arbeiterleben in den Metropolen der 1920er-Jahre.

Das Spektrum der rund 60 in Cottbus vereinten Ausstellungsexponate von Otto Dix reicht von selten gezeigten Gemälden zu Klassikern seiner grafischen Werkzyklen sowie vergleichsweise unbekannten Holzschnitten.

(Quer)Köpfe
Otto Dix, Erna Schmidt-Caroll und Sammlung
Frankfurt (Oder) / Rathaushalle
03.09.2017 - 19.11.2017


In der Ausstellung (Quer) Köpfe in der Rathaushalle in Frankfurt (Oder) treffen ca. 25 Porträts von Otto Dix auf 45 Werke seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll sowie auf mehr als 50 Arbeiten der 1970er- und 1990er-Jahre aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

Für seine entwaffnenden Porträts der Neuen Sachlichkeit war Otto Dix schon zu Lebzeiten berühmt, er galt als Meister dieser traditionsreichen Gattung, der er ganz neue Impulse verlieh. Seine Malerkollegin Erna Schmidt-Caroll wirft einen feineren, psychologisierenden Blick auf die von ihr festgehaltenen Gesichter. Die Künstlerin wirkte auch als Modezeichnerin und Buchillustratorin in Berlin und München. Sie arbeitete in den 1920er-Jahren an einer facettenreichen Darstellung der Gesellschaft, insbesondere das pulsierende Leben der Großstadt war ihr Thema. Skizzenhaft stellt sie Menschen im Café dar, Passanten auf der Straße sowie im Getriebe der Metropole.
Vor allem widmet sie sich der modischen und modernen Frau der 1920er-Jahre, die als "Neue Frau" in die Geschichte einging.

Die unterschiedlichen Positionen aus den 1920er- und 1930er-Jahren werden mit Werken aus der Sammlung (u.a. von Lutz Friedel, Clemens Gröszer, Herta Günther, Ulrich Hachulla, Harald K. Schulze, Volker Stelzmann, Doris Ziegler u.v.m.) kontrastiert, die aus den 1970er- und 1990er-Jahren stammen und sowohl die Differenzen wie Analogien in ihren Porträtauffassungen zeigen. Mit vielen selten gezeigten Werken aus der Sammlung wirft die Ausstellung einen präzisen wie kritischen Blick auf eines der zentralen Themen der Kunstgeschichte. Fragen nach sozialer Repräsentation und identitärer (Selbst-)Vergewisserung spielen in dieser Bildgattung eine ebenso wichtige Rolle wie eine kritische Gesellschaftsbetrachtung.


Zwischen/Schritte
Hans-Georg Wagner
2.9. - 19.11.2017

Die Ausstellung stellt eine explizite und räumliche Verbindung zwischen Skulpturen und großformatigen Drucken aus dem Werk des in Cottbus ansässigen Künstlers Hans-Georg Wagner (1962, Havelberg) her. Im Zentrum seines künstlerischen Interesses stehen Fragen nach Repräsentationsmodalitäten des menschlichen Körpers. Ausgehend von klassischen Aktauffassungen lotet der Künstler über Holz-, Bronze- und Papierarbeiten unterschiedliche Möglichkeiten der künstlerischen Ausformulierungen der Figur sowie des Verhältnisses von Figur und Raum aus. Bereits in der Werkstoffwahl und ihrer jeweiligen Bearbeitung liegt hier eine bewusste Entscheidung für die Produktion sensibler Ambivalenzen. Die präzise Bearbeitung des Materials der Holz- oder Bronzeskulpturen zielt nie auf naturalistische, sondern vielmehr schematische Darstellungen meist fragmentierter Körper ab. Die in dezenten Farben auf dünnem, japanischem Papier gedruckten Holzschnitte zeigen ebenfalls formal reduzierte Körperformen, die immer die Fragilität des Einzelnen und die Zerbrechlichkeit der Zweisamkeit thematisieren. In allen Ausdrucksvarianten beruht Hans-Georg Wagners Ansatz auf dem permanenten Versuch, vermeintlich Gegensätzliches in ein Spannungsverhältnis zu bringen.


Innerlich frei bleiben
Christa Böhme und Lothar Böhme
Malerei
16.9. - 19.11.2017

Glücklicherweise ist es gelungen, nach über 30 Jahren die Werke von Christa Böhme (1940-1991) und Lothar Böhme (* 1938) wieder in einer Ausstellung zu vereinen. Ihre Handschiften zählen zur sogenannten "Berliner Schule", die sich Ende der 1960er Jahre in Abkehr von der geforderten genrehaften Alltagsschilderung wie dem Heldenpathos in der Ostberliner Kunstlandschaft formierte. Im bewusst gewählten Rückzug auf wenige "private" Motive wie Stilleben, Figur, Interieur und gelegentlich (Stadt-)Landschaft suchten die Künstlerinnen und Künstler jener Strömung, insbesondere in der Positionierung zu Cézanne, ihr Werk zu entwickeln. So unterschiedlich ihre Bildauffassung erscheinen mag, so blieben Christa Böhme und Lothar Böhme doch in der Kunstauffassung seelenverwandt. Beide thematisieren auf divergierende Art die grundlegende Problematik des Bildes: von Gegenstand / Figur und Grund. In der Wiederbegegnung und spannungsvollen Gegenüberstellung wird dieser Umstand eindringlich erlebbar. Existentiell hervorkehrende Schwärze und Schwere steht gegen lyrisch leuchtende Transparenz der Bilddinge. Lothar Böhmes Gemälde zeichnen sich durch eine starke Verinnerlichung aus, die in erdig gebundenen Farbtönen den existentiellen Grund der Figur erforscht. Seine äußerste Reduzierung in den letzten Jahren auf Kopf und Halbakt, birgt ein erstaunliches Maß an Lebensenergie, trotz der hermetischen Formauffassung. In den Bildern von Christa Böhme hingegen löst die Leichtigkeit des Farbvortrags die Präsenz der Bilddinge auf, ein poetisches Schweben entfaltet sich. Die oft dünnflüssig vorgetragenen Pinselspuren gewinnen in der Verstärkung durch den weißen Bildgrund erst ihre Eigenheit. Während die Malerei von Lothar Böhme eine ausgewiesene Instanz nicht nur der ostdeutschen Gegenwartskunst ist, harrt die Kunst der Christa Böhme immer noch der Entdeckung.


Von Trinkern, Träumern und ihren Bildern
Jakob Hinrichs
16.9. - 19.11.2017

Die Einzelausstellungen des Malers und Grafikers Ronald Paris sowie des Grafikers Jakob Hinrichs zeigen bildliche Interpretationen großer Weltliteratur wie William Shakespeares "Sonette" bzw. Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" und "Der Trinker" von Hans Fallada.


Shakespeare Sonette
Ronald Paris
3.12.2017 - 28.1.2018

Die Einzelausstellungen des Malers und Grafikers Ronald Paris sowie des Grafikers Jakob Hinrichs zeigen bildliche Interpretationen großer Weltliteratur wie William Shakespeares "Sonette" bzw. Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" und "Der Trinker" von Hans Fallada.


HORIZONT oder Die Illusion der Fremde 1984 - 1996
Joachim Richau
3.12.2017 - 28.1.2018


SIBYLLE. Fotografien eines Modemagazins
Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Ute Mahler, Werner Mahler, Sven Marquart, Elisabeth Meinke, Roger Melis, Hans Praefke, Günter Rössler, Rudolf Schäfer, Wolfgang Wandelt, Michael Weidt, Ulrich Wüst
3.12.2017 - 11.02.2018

Die Zeitschrift SIBYLLE, die ab 1956 sechs Mal jährlich in einer Auflage von 200.000 erschien, war in der DDR überaus beliebt und deshalb regelmäßig schnell vergriffen. Sie galt als "Ost-Vogue" und widmete sich vorrangig der Mode, nannte sich im Untertitel allerdings "Zeitschrift für Mode und Kultur", weil für die Macher, vor allem Fotografen und Designer, Mode und Kultur als gleichrangig galten. Insbesondere war - neben allen gut aufgemachten Beiträgen über Kunst, Architektur und Gesundheit - die Fotografie ein entscheidendes Element ihrer Wirkung. Die Fotografinnen und Fotografen der SIBYLLE beherrschten nicht nur ihr Fach, sie legten für ihre Arbeit explizit künstlerische Maßstäbe an. Als Porträt- und Reportagefotografen waren sie auch für andere Magazine tätig.

Die Ausstellung rückt erstmals konsequent FotografInnen der SIBYLLE und ihre jeweiligen Qualitäten in den Mittelpunkt. In einer Auswahl werden Arbeiten von 13 Fotografinnen und Fotografen vorgestellt: Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Ute Mahler, Werner Mahler, Sven Marquardt, Elisabeth Meinke, Roger Melis, Hans Praefke, Günter Rössler, Rudolf Schäfer, Wolfgang Wandelt, Michael Weidt und Ulrich Wüst. Ergänzend dazu ist ein chronologischer Abriss der SIBYLLE-Ausgaben mit Reproduktionen von einzelnen Heften zu sehen, beginnend mit der ersten Ausgabe 1956 bis zur Mitte der 1990er Jahre, als das Erscheinen der Zeitschrift eingestellt wurde. Außerdem sind bisher unveröffentlichte historische Filme von Modeschauen und Objekte aus dem Nachlass des Modeinstitutes der DDR zu sehen. Sie machen das Phänomen SIBYLLE in einer atmosphärisch dichten Inszenierung nachvollziehbar.
Kooperationspartnerin ist die Kunsthalle Rostock / Kuratiert von der Kunsthalle Rostock.


Museumspädagogische Ausstellungen 2017

Der Funke springt über!
9. Werkstattausstellung des mukk
13.7. - 27.8.2017


Externe Ausstellungen 2017

Die vom BLmK konzipierten und organisierten Ausstellungen Francisco de Goya "Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges" und "Keiner hat uns gesagt, ihr geht in die Hölle - Fotografie und Grafik aus Dresden und Kobane" - die Sammlungswerke von Robin Hinsch, Richard Peter sen. und Wilhelm Rudolph zeigen werden - sind zusammen mit der Projektpräsentation "Rechtsruck - eine fotografische Dokumentation der frühen 1990er Jahre" von Ludwig Rauch ab 13. Mai bis 16. Juli 2017 im Anhaltischen Landesmuseum in Dessau zu sehen.

Gastausstellung in der Galeria BWA in Zielona Góra "Kalkül + Irritation"
18.08. - 10.09.2017
14 Positionen aus der Sammlung Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst. Jens Bisky, Jan Brokof, DAG, Michael Geyersbach, Harald Reiner Gratz,
Klaus Killisch, Stefan Lenke, Sebastian Reddehase, Paetrick Schmidt, Heinz Schmöller, André Tempel, Jan Thomas, Heinrich Weid, Eva-Maria Wilde

Seit 2010 stellt das Frankfurter Museum in Zielona Góra Werke aus der Sammlung oder einen Künstler aus seinem Programm vor. In der diesjährigen Konzeption geht es um postmoderne Haltungen in der Zeit nach der Jahrtausendwende. Trotz der stilistischen Unterschiede basieren alle Bilder und Objekte auf Akzeptanz der bereits vorhandenen Zeichen. Jegliche existenzielle Haltung, psychische Tiefenlotung oder Emotionalisierung des Geschehens werden vermieden.

Die Kunsthalle der Sparkasse Leipzig und das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus starten im Sommer eine Kooperation für eine gemeinsame Ausstellung von fotografischen Arbeiten beider Sammlungen, deren Ergebnis ab 29. September 2017 in der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig zu sehen sein wird.

Ab September 2017 zeigt das Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum im Schloss Biesdorf eine umfangreiche Ausstellung mit Landschaftsfotografien aus der Sammlung des dkw..


Änderungen und Ergänzungen bleiben vorbehalten. Stand 14.07.2017.


  Kontakt | Impressum | © 2006